Garganega – die weiße Traube aus dem Veneto
Die spät reifende Garganega-Traube hat ihr Hauptanbaugebiet im Veneto – hier wird aus ihr vor allem der Soave gekeltert, der zu mindestens 70% aus dieser Traube bestehen muss.
Aber auch außerhalb des Venetos wird Garganega angebaut, vor allem in der Lombardei und in Umbrien. Mit rund 13.000 Hektar ist sie eine der wichtigsten italienischen Weißweinreben.
Von zart bis füllig – die Garganega hat viele Gesichter
Gerade der Soave hat dem Ruf der Garganega-Traube eher geschadet als genützt. Jahrelang wurde auf Ertragsbeschränkungen verzichtet – das Resultat war ein billiger, nichts sagender Weißwein.
„Soave“ wurde zum Synonym für einen einfachen Wein, der vor allem durch einen günstigen Preis glänzte – das Schicksal teilte er mit dem Lagrein.
In den letzten Jahren haben sich die Weinbauern im Veneto und vor allem auch im Anbaugebiet der Colli Euganei eines Besseren besonnen und kürzen die Triebe radikal – und siehe da: Aus dem dünnen Soave wurde ein fülliger Weißwein, dessen Ankläge von Mandeln und Zitronen ihn zu einem idealen Begleiter eines leichten Sommeressens machen.
Die angetrockneten Trauben werden zu Recioto di Soave oder Vin Santo weiterverarbeitet.
Ertragreich und robust – einfach im Anbau, anspruchsvoll im Ausbau
Die Triebspitze der Pflanze ist weißwollig, leicht behaart und die mittelgroßen Blätter sind stark gebuchtet – die Traube ist etwas 20 bis 25cm lang und weisen rundliche, mittelgroße Beeren auf die weiß bis roséfarben sind.
Die Garganega reift etwa 30 Tage nach dem Gutedel – und gehört damit zu den spät reifenden Reben, im Unterschied zu vielen anderen ist die Garganega eine zwittrige Edelrebe und selbstbefruchtend. Damit wird im Anbau der ökonomische Nachteil vermieden, dass auch nichttragende männliche Reben angebaut werden müssen.
Synonyme der Garganega
Die Garganega ist auch unter den Namen D´Oro, Dorana di Venetia, Garganega Biforcuta, Garganega Veronese, Lizaara, Ostesa und Ostesona bekannt.